13. Was ist zu tun?




Inhalt dieser Seite:
13.1 Wie Sie Ihr Wissen in Ihr Leben einbeziehen und für Ihre Entfaltung einsetzen
  • Information muss man erfahren – nicht besitzen (Barlow).
  • Mit Wissen ohne persönlichen Bezug kann man nichts anfangen. Neues Wissen ist zunächst fremd und verdächtig. Glück ist der Moment, in dem es gelingt, eine neue Einsicht im eigenen Kopf einzufügen und verfügbar zu machen. Wie ein Lehrer dies tagtäglich sechs Stunden lang in zwanzig Köpfen gleichzeitig bewerkstelligen soll, weiss ich auch nach jahrelangen Versuchen nicht.
13.2 Ihre Lust am Wissen
Saint-Exupéry: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen … um Werkzeuge vorzubereiten … sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer“.


Caspar David Friedrich 1774-1840
Die Lebensalter
13.3 Ihre Fähigkeit, sich Wissen anzueignen
Das im Kopf akkumulierte Wissen ist immer weniger ein Hauptschlüssel zum Erfolg. Stattdessen zählt die Fähigkeit, sich Zugang zu neuem Wissen zu verschaffen. Die „Universale Suchmaschine" im persönlichen Computer wird die wichtigste Applikation der nächsten Jahrzehnte. Zu Keywords wie z. B. „kollektive Intelligenz" bietet sie wohlgeordnet alles, was es in den eigenen Dateien, im Web, Foren, Newsgroups, Blogs usw., in allen Sprachen zu finden gibt – mit Synonymen, und Semantik. Das bedeutet: Neue Schulen! Bei allen Prüfungen seien sämtliche Hilfsmittel, inklusive High-Speed-Web, zu erlauben. Was zählt, sind Verständnis und effizienter Wissenszugriff. Auswendiges hat an und für sich keinen Wert. Hingegen ist eine gewisse Bildung zur Mehrung derselben unerlässlich. In England geht das Wort, ein guter Anwalt sei ein Gentleman mit Common Sense und falls er darüber hinaus über Rechtskenntnisse verfüge, sei das nicht weiter schädlich.
13.4 Ihr aktives Vokabular in Ihrer Landessprache und in Englisch
Unsere Sprache verändert sich andauernd. Immer schneller entwickelt sich Jugendsprache. Globalismus und Internet ändern uns. Es gibt zahlreiche Rückkoppelungen. Entscheidend ist die Pflege des aktiven persönlichen Wortschatzes (word awareness). Inuits kennen 50 Wörter für „Schnee". Touristen gelten als „fluent" mit 3.000 englischen Wörtern (Pidgin English). Mit 50.000 Wörtern „kann man alles lesen". „Gebildet" beginnt mit 100.000 Wörtern. Shakespeares Englisch umfasst 250.000 Wörter. Nicht bekannten Wörtern nachzugehen, war früher kein valables Ziel. Jetzt ist es eines. In der Wissensgesellschaft geht es um Verständnis (common sense) und den aktiven Wortschatz. Dazu dienen:
  • Lesen von Zeitungen und Zeitschriften.
  • Gute Bücher! Erkennbar am "Sprachbewusstsein", am "Klingen der bewusst verwendeten Wörter". In schlechten Texten sind die Wörter wie tot.
  • Das Mäandern im Web, in Foren, Newsgroups, Blogs, Wikis usw.
  • Kontakte mit Menschen.
  • Die Nähe zu Fachleuten (Vorträge, nicht nur Lektüre).
  • Nicht zuletzt: Fernsehen.
  • Nicht zuallerletzt: In Wörterbüchern und Lexika blättern.
Nicht nützlich sind: Alles wo „Fremdwörter" als Unkraut vertilgt wurden und man Sie um jede kleine Anstrengung betrügt. Sie essen ja auch keine vorgekauten Früchte. Bedenken Sie: So genannte PR- und Medien- Streamliners sind Ihre Feinde!
13.5 Last and least: Die Menge Ihres Wissens, Bildung genannt
Triage ist eine gute Strategie. Ein Drittel seiner Zeit budgetiert man für das was einen auf der Welt am meisten fasziniert. Ich kenne einen Konzernherrn, der alles weiß über großartige Armbanduhren. Ich glaube dass dies sein Gehirn auf Beziehungen zwischen lustvollem Denken und Aufmerksamkeit für Details trainiert. Was wissen wir letztlich denn schon, was nützlich ist und was nicht! Ein Drittel geht in all das, was mit dem Beruf zu tun hat. Ein Drittel geht in ein kleines Spezialgebiet, wo man „alles“ weiß bzw. sich jedes Detail sofort zu beschaffen weiß. Dazu muss man mit den richtigen Wörtern ins Internet.
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