12. Wie sieht das Internet seine Benützer – den Homo Internet?




Wie nicht anders zu erwarten ist, werden ständig – bestenfalls hart an der Grenze der Legalität – so viele persönlichen Daten und Verhaltensweisen der Internetbenutzer akkumuliert und analysiert wie überhaupt nur möglich. Im schlechtesten Fall ist deren Person auf eine dumme Fratze und die Details ihrer Geldbörse reduziert. Im besten Fall erhalten sie brauchbare Werbung. Im Kontakt mit Werbeauftritten ist der Internetbenutzer zunächst Schubladenmaterial, z. B. Typ atW34xyz für einen Computer und wird stereotyp abgefertigt. Das Onlinebuchen eines günstigen Fluges frisst sodann ohne weiteres eine Stunde aus ihrer Lebenserwartung. Im intensiven persönlichen Kontakt richten sich die Anstrengungen darauf, den Benutzer auf seine Funktionen in einem Projekt zu reduzieren. Seine Persönlich-, Befindlich- und Empfindlichkeit (sowie Nation, Standort, Religion, Ethik, Hobbies usw) werden ausgefiltert. Diese Benutzer werden mit Ihren Ansprechpartnern dasselbe tun. Es geht um das Projekt. Genau so konsequent zielstrebig bauen Termiten ihre Kathedralenhaften Wohntürme. Kollektive Intelligenz steuert das Internet und nicht Menschen. Diese kollektive Intelligenz betrifft das Ganze und nicht die Individuen. Diese Sachlichkeit hat ihr Gutes. Sie hat nicht Kälte, sondern überhaupt keine Temperatur.
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