10. Die Push-Pull Symbiose des Internet
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Globalismus bedeutet auch einen Verlust an Übersichtlichkeit. Anders als
in der gewohnten Wirtschaft gibt es zum Internet kein „großes Telefonbuch“
und kaum Zeitungen voller Inserate. Es gibt nur relativ enge ad
hoc Verzeichnisse zu beliebigen Stichwörtern. Erfolg braucht intensive
Push-Pull Techniken.
Man kann sich das Internet als wuchernden Dschungel voller Pflanzen
und Insekten denken. Die standortgebundenen Webauftritte wie
Newsgroups, Foren, Wikis, Blogs usw. entsprechen den Pflanzen. Die
herumschwirrenden Besucher, sind die Insekten. Wer sich kennt, kommuniziert
mit bilateralen Emails. Freilich räubern Spams durch die Landschaft.
Im Ganzen ist die Symbiose unerhört erfolgreich. Die Welt kann
ohne Internet nicht mehr auskommen. Das Ganze ist die Summe aller
Einzelaktionen plus die sich daraus selber strukturierende kollektive Intelligenz.
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10.1 Die Webanbieter sind im "Pull-Business" (heranziehen)
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Wie Pflanzen müssen die Webanbieter sexy sein, und Kontakte von ferne
magnetisch an sich ziehen. Löwenzahn macht es mit gelbem Leuchten
und hat sich ausgerechnet, dass es sich lohnt, zu Zehntausenden gemeinsam
zu leuchten und sich mit einem Zehntausendstel der Klientel
zufrieden zu geben. Logisch! Der Flächenaufwand wächst quadratisch,
der Wahrnehmungsraum über der Wiese mit der 3. Potenz. Die seltene
Orchidee muss eine einzige auf sie spezialisierte Insektenart anziehen,
und darf niemals ihre Samen und ihre Besuchszeit an Laufkundschaft
verschwenden.Sie muss mit Düften werben und kann nur im Nahbereich
mit Modepracht noch die Landebahn identifizieren.
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Mali Veith Visipix.com
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Zwei Dinge sind für den Anbieter entscheidend: Das Vokabular, das
in die Suchmaschinen gelangt, und die Links, die er und Sympathisanten
gegenseitig einrichten.
Mit diesen Dingen beeinflusst er das ihn betreffende
Geschehen im Internet. Je nachdem kann er eine weltweite gigantische
Besucherzahl anstreben, oder z. B. nur Interessenten für Meteoriten.
Das Vokabular richtet sich nach Alter, Nation, Ausbildung, Vorlieben,
Fachkenntnissen usw.
Muss er gegen Konkurrenten anwerben, haben Geschenke die absolut
stärkste Magnetkraft im Pull-Business. Blumen, die keinen Nektar verschenken,
bekommen keine Gelegenheit, irgendeinem Flieger Befruchtendes
an den Bauch zu kleben.
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10.2 Der Pull-Magnet www.visipix.com generiert Goodwill
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Dieses Portal erhofft sich Rentabilität, indem es alles, was es hat verschenkt.
Es ist das grösste Kunst- und Fotomuseum im Internet mit den
besten Repros. Jedermann kann die Bilder herunterladen und alle Bildlizenzen
kostenlos privat und kommerziell nutzen. Jede geschenkte Bildlizenz
kostet anderswo einige Hundert EUR. Es ist ein Besuchermagnet.
Die Kosten sollen sich für einen Sponsor lohnen, indem er jährlich 100
Millionen sympathisierende Besucher und damit neue Kundschaft anzieht.
Eine im Weltmarkt expandierende Firma kann z. B. erreichen, dass
sie einen geplanten Umsatz ein halbes Jahr früher erreicht.
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Gerd Waloszek Visipix.com
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10.3 Die Webbesucher sind im "Push-Business" (hinschieben)
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Wie Insekten müssen Sie Ihre Bedürfnisse erfolgreich platzieren. Sie können
im Prinzip überall landen (Fliegen beeindrucken uns sogar mit komplizierten
Landungen auf der Unterseite von Glühbirnen) und tun und
lassen was sie wollen.
Für Manager lohnt es sich, in einer Wiese zu sitzen, die Interaktionen
von Blumen und Insekten zu beobachten und ihre Strategien zu präzisieren.
- Beispiel: Pull und Geiz passt schlecht zusammen.
Die SWISS-Airline hat ihre Passagiere um je 1 EUR billiger und unwirtlicher
verpflegt als die LUFTHANSA. Mit Werbekosten von je 10 EUR hat
SWISS sodann abtrünnige durch neue Passagiere ersetzt. Die richtige
Pull-Strategie wäre: Das Verpflegungs- und das Werbebudget im selben
Topf zu optimieren. (Die Zahlen sind zwecks Anschaulichkeit getätigte
Schätzungen des Autors).
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10.4 Die kollektive Intelligenz des Internet
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Der Unterschied des Internet zur realen Welt besteht im Fehlen jeglicher
Führung. Es gibt keine Regierungen, Administrationen, Steuerungen und
Planungen
Anders als bei Insekten gibt es keine Völker. Das Internet ist globalistisch.
Freilich ist es für Regierungen schwer erträglich, dass sie bestenfalls
Teilnehmer sind, wie jedermann sonst und schlechtbestenfalls Störenfriede
(China und totalitäre Staaten).
Wenn sich zwei Fremde in Spanien am Strand treffen, ist „Where are
you from?" die erste Frage und das verbindende Gesprächsthema. Treffen
sie sich am Bildschirm, denkt keiner an diese Frage. Man befindet
sich ja im selben Lebensraum.
Eine ganz andere Frage ist dringlich: Wie weit kann man dem Andern
trauen? Christus forderte, dass man den Andern liebt. Die säkulare
Form dieses Ratschlages ist: „Auf lange Sicht lohnt es sich auch ökonomisch,
dem Unbekannten im Internet mit einem Vertrauensvorschuss
statt einem Furchteinflößenden Anwalt zu begegnen."
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