5. Aspekte des Wissens




Drei Vektoren bewerten "Wissen":
  • Der Informationsgehalt
    In der streng erkenntnistheoretischen Definition von Karl Popper kommen falsifizierbare, in manchen Tests gehärtete Hypothesen dem „Sicheren Wissen" am nächsten. Im täglichen „muddle through" (durch den Sumpf waten) geht es um den verwertbaren Gehalt an Informationen. Wie viel ist ausgesagt?
  • Die Prägnanz (Zugänglichkeit)
    Der Goldgehalt eines Kubikkilometers Meerwasser ist immens. Leider fehlt dem Gold die Prägnanz. Es ist fein verzettelt. Man kann nichts damit anfangen. Grossartige Informationen gehen verloren, wenn der Autor sie nicht durch Prägnanz handhabbar macht. Einstein wusste schnell, was relativ ist. Schuften musste er für die Prägnanz. Schlussendlich brillierte seine Relativitätstheorie nicht nur durch die erstaunlichen Informationen, sondern ebenso sehr durch ihre makellose mathematische Eleganz.
  • Die Relevanz
    Wesentlich ist die Einbettung des Wissens in das persönliche Beziehnungsnetz, in den gelebten Umgang mit der Welt. Anderes Wissen ist irrelevant. Die mir liebste Definition ist: „Glücklich ist der Moment, in dem es gelingt eine bislang fremde Einsicht in das eigene Weltbild einzufügen, das Aha-Erlebnis.“
    Bertolt Brecht hat diese relevante Information mit der ihm eigenen Prägnanz zusammengefasst: „Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral".





Karl Popper (rechts) und Hannes Keller
Photo Esther Keller, Visipix.com
<< vorherige Seite   nächste Seite >>