Drei Vektoren bewerten "Wissen":
- Der Informationsgehalt
In der streng erkenntnistheoretischen Definition von Karl Popper kommen
falsifizierbare, in manchen Tests gehärtete Hypothesen dem „Sicheren
Wissen" am nächsten.
Im täglichen „muddle through" (durch den Sumpf waten) geht es
um den verwertbaren Gehalt an Informationen. Wie viel ist ausgesagt?
- Die Prägnanz (Zugänglichkeit)
Der Goldgehalt eines Kubikkilometers Meerwasser ist immens. Leider
fehlt dem Gold die Prägnanz. Es ist fein verzettelt. Man kann nichts damit
anfangen.
Grossartige Informationen gehen verloren, wenn der Autor sie nicht
durch Prägnanz handhabbar macht.
Einstein wusste schnell, was relativ ist. Schuften musste er für die
Prägnanz. Schlussendlich brillierte seine Relativitätstheorie nicht nur
durch die erstaunlichen Informationen, sondern ebenso sehr durch ihre
makellose mathematische Eleganz.
- Die Relevanz
Wesentlich ist die Einbettung des Wissens in das persönliche Beziehnungsnetz,
in den gelebten Umgang mit der Welt. Anderes Wissen ist
irrelevant. Die mir liebste Definition ist: „Glücklich ist der Moment, in
dem es gelingt eine bislang fremde Einsicht in das eigene Weltbild einzufügen,
das Aha-Erlebnis.“
Bertolt Brecht hat diese relevante Information mit der ihm eigenen
Prägnanz zusammengefasst: „Zuerst kommt das Fressen und dann die
Moral".
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Karl Popper (rechts) und Hannes Keller
Photo Esther Keller, Visipix.com
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