4. Der Kern der Wissensgesellschaft
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- Internet und Globalismus sind Eins
- Das Internet ist kein Medium, sondern ein Lebensraum. Hier wird
der Großteil unserer persönlichen Entfaltung stattfinden. Einerseits
dient das Internet als banale Referenz. Man sucht eine Jahreszahl.
Damit hat es sich. Aufregend jedoch sind Gruppen die
im Internet gebildet werden, dort zusammenarbeiten und deren
Arbeit – beispielsweise Zulieferungen, Konstruktionen, Einkäufe
und Verkäufe – das Internet kaum verlassen. Das ist außerordentlich
effizient, konkurrenzfähig. Und sehr weitgehend automatisierbar.
Ebay ist eine solche Firma. Viele Menschen werden
sich dazu etwas einfallen lassen
- Informationen gebärden sich wie kleine Lebewesen, die sich
verbreiten wollen und können.
Die Interaktionen der Menschen, der Computer und der Wissens-Chunks/
Informationen/Ideen bewirken das Entstehen von kollektiver Intelligenz
auf höherer Ebene.
Ein Beispiel vorweg: Sie lesen eine wissenschaftliche Arbeit und senden
dem Autor ein Email mit einer kritischen Bemerkung. Er findet sie
richtig. Eine Stunde später hat er die Publikation entsprechend geändert.
Schnell sich folgende Lebenszeichen werden von den Suchmaschinen
hoch bewertet.
Das Beispiel macht Schule. Das Wissen wird dynamisch.
Im Film Jurassic Park 1 geht es darum, ob sich ein Dinosaurierrevier
sicher verschließen lässt. Der Mathematiker Jan Malcolm argumentiert
dagegen: „Das Leben findet immer einen Weg“. Wenn das – hoffentlich –
wahr ist, und wenn Informationen irgendwie lebendig sind, werden die
Informationen im Internet die Hemmnisse von Copyrights, Patentrecht
und Bill Gates unsäglichem DRM (Digital Rights Management) usw.
schlicht und einfach überrennen. Dann ist Napster nicht Vergangenheit,
sondern Zukunft. Leute der unersetzlichen WIKIPEDIA sind nicht so zuversichtlich.
Die Entfaltung der Wissensgesellschaft wird gefährdet durch ein antiquiertes
Besitzdenken und sein entsprechendes Rechtssystem. Dieses
Recht passt eher in die Agrarzeit denn in die Wissensgesellschaft.
Kontraproduktiv sind: Die Chancenminderung des Mittelstandes zugunsten
einer Zementierung des extremen Reichtums (Erbrecht usw.).
Die Chancenminderung der Allgemeinheit im Zugang zur höheren Bildung.
Die groteske Ausdehnung der Publikationsverbote im Internet in
den USA und der EU. Der gesellschaftliche Konsens hat sich seit etwa
1990 in mehreren Demokratien wesentlich verschlechtert.
Dieses vorgestrige Denken führt in vielen Ländern zum Abbau statt
zum Ausbau des öffentlichen Schulsystems. Länder wie Deutschland und
die Schweiz sollten ihrer Zukunft zuliebe die PISA-Studie ernst nehmen
und ihre Prioritäten entsprechend neu ordnen. Zudem braucht die Jugend
den Mut zur Weltoffenheit.
Die Wachstumszahlen dieser Länder
signalisieren nichts anderes als geistigen Zerfall.
Der Besitz von Wissen ist etwas ganz anderes als der Besitz von Sachen.
Wer sein Pferd verkauft, kann nicht mehr darauf reiten. Pferde sind
wertvoll, weil sie knapp sind.
Beim Wissen ist es gerade umgekehrt. Wird Wissen verkauft, haben
es nachher beide, der Verkäufer und der Käufer. Je größer die Verbreitung,
umso größer der Wert. Je mehr Mona Lisas und van Goghs reproduziert
werden, umso wertvoller werden diese Bilder.
Derweilen verbieten
sogar mit Steuergeldern alimentierte Museen jegliches Fotografieren
mit der Begründung, es würde sie finanziell gefährden.
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John Grabill Visipix.com
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Die Mona Lisa
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Wissen und Besitz widersprechen sich. Wissen will sich erneuern. Es
braucht Interaktivität in einer „flüssigen“, anschmiegsamen Umgebung.
In einer schlecht bewirtschafteten Wissensgesellschaft werden manche
Jugendliche zu Internet-Kriminellen. „Brunnenvergiftung mit Computerviren“
richtet einen großen Schaden an. Es geht den Verbrechern
dabei nicht um Gewinnsucht, sondern um Geltungsbedürfnis, Tätigkeitsdrang
und Groll gegen „die da oben“. Die Verbrechen werden als
eine Art Sport betrieben.
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